Sehr geehrte Besucher dieser Homepage,

wir werden immer wieder gefragt, Bodfeld - was ist das? Wir möchten daher diese Seiten nutzen, Sie mit dem Namen und der dazugehörigen Region vertraut zu machen, Ihnen die historischen Bezüge und Verhältnisse näher zu bringen und Sie über neue geschichtliche Erkenntnisse zu diesem interessanten Bereich auf der Harzhochfläche zu informieren.

Das Bodfeld ist die älteste verbriefte Ortsbezeichnung im Unterharz an dessen Nordgrenze heute die in der Stadt Elbingerode (Harz) aufgegangenen Harzer Berg- und Hüttenorte Elbingerode, Königshütte und dem Höhlenort Rübeland liegen. Dieses "Feld an der Bode" wurde ursprünglich durch die Pfalz "Bodfeld" bei Elbingerode und die Pfalz Hasselfelde begrenzt. Diese Pfalzen lagen für  damalige Verhältnisse ca. eine Tagesreise auseinander.
Bodfeld umreist etwa das Gebiet der künftigen Stadt, wie

Die vermutlichen Grenzen des BodfeldesNach der bisher einzig bekannten Karte von Dr. Paul Höfer (* 11. März 1845 in Craja; † 8. Oktober 1914 in Blankenburg/Harz, Archäologe, Pädagoge und Historiker) zeigt die vom Heimatverein Benneckenstein erstellte Zeichnung das Ergebnis auf heutige Verhältnisse projeziert

Heinrich I.Urkundlich wird das Bodfeld erstmals 935 in der Lebensbeschreibung König Heinrichs I. erwähnt. Er wurde hier von seiner letzten Krankheit ergriffen.

Das Bodfeld war königlicher Jagdhof und Jagdrevier in dem sich Heinrich I. früher schon des öfteren aufgehalten hatte. Diese Tradition wurde später auch von anderen deutschen Kaisern und Königen gepflegt. So weilten Otto I. 944, 945 und 952, Otto II. 973, 975, 979 und 980, Otto III. 991, 992 und 995 im Bodfeld.

Im Jahr 1008 schenkt Kaiser Heinrich II. Bodfeld dem Stift Gandersheim. 1025 hält sich Konrad II. und in den Jahren 1039, 1045 und 1048 Kaiser Heinrich III. längere Zeit im Bodfeld auf.

1056 verstirbt hier Kaiser Heinrich der III. im Beisein des Papstes Victor II, nach der Einweihung des Domes in Goslar, plötzlich und unerwartet. Heinrich der IV. besucht das Bodfeld dann noch einmal 1068. Danach verliert sich die Kunde über diesen ehemals häufig aufgesuchten Ort im Dunkel der Geschichte. Nur selten taucht der Name Bodfeld noch in Ablaß- oder Lehnsbriefen auf.

Erzsuche im MittelalterAus Bodenfunden ist uns bekannt, dass der Name "Bodfeld" nicht nur einen Jagdhof bezeichnete, sondern auch ein mittelalterliches Eisengewinnungs- und Verhüttungszentrum. Dieses wurde zur Unterscheidung aber wahrscheinlich als "Lüttges Botfeld" bezeichnet.  Der Standort dieser beiden "Bodfeld" lag nach heutigen Erkenntnissen einige Kilometer auseinander.

Der Jagdhof befand sich aller Wahrscheinlichkeit nach auf dem "Schlosskopf", ca. 3 km noröstlich von Elbingerode, der Bergbauort am Papental, ca. 2 km südöstlich von Elbingerode.

Heute künden nur noch die Grundmauern  einer Pfalzanlage auf dem Schlosskopf und die Reste der "Andreaskirche", im Wald versteckte Schlackenhalden und sogenannte "Pingen", Reste des ehemaligen Eisenerzbergbaues, vom Standort von Jagdhof und Siedlung.

Weite Wiesenflächen, dichte Wälder und tief in die Hochfläche eingeschnittene Täler prägen dieses traditionelle Urlaubs- und Erholungsgebiet. Allenthalben trifft man auf Zeugnisse der über tausendjährigen Siedlungs- und Bergbaugeschichte.

Heute führen gut ausgebaute und beschilderte Wanderwege und Lehrpfade zu Besonderheiten und Denkmalen der über tausendjährigen Geschichte, des Bergbaus und der Natur. Besonders empfehlenswert für Diejenigen, die sich mit den Zeugnissen der deutschen Geschichte in der Harzregion bekannt machen wollen sind die "Wege der deutschen Kaiser und Könige des Mittelalters im Harz" und der "Montangeschichtlicher Lehrpfad im Bodfeld/Harz".

Kamann